1. Tag des Bodens: Fachlicher Austausch und Zukunftsperspektiven für eine biologische Bodenbearbeitung
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Vortragende des Tags des Bodens v. l. n. r.: Peter Neessen, Dr. Harald Schmidt, Michèle Mangen und Prof. Christoph Emerling. Nicht auf dem Foto: Simone Marx. |
Etwa 50 interessierte Landwirte, Wissenschaftler und Beamte fanden sich am 12. November in Munsbach ein, um sich auf dem IBLA Tag des Bodens über Bodenfruchtbarkeit, Erosion, Bodenlebewesen und reduzierte Bodenbearbeitung zu informieren und auszutauschen. Referenten aus Belgien, Deutschland und Luxemburg erlaubten einen Einblick in die wichtige, aber häufig vernachlässigte Ressource Boden. Insbesondere bei der Einführung in „das Universum voller Leben unter uns“ von Prof. Christoph Emmerling, Bodenwissenschaftler an der Universität Trier, wurde vielen Teilnehmern bewusst, wie wenig wir über das Ökosystem unter unseren Kulturbeständen wissen. Er zeichnete ein lebendiges Bild der Welt der Bodenorganismen, in der viele Arten und Interaktionen dem Ackerbau dienen, und einige wenige Organismen den Nutzpflanzen schaden, wenn sich im Boden ein Ungleichgewicht entwickelt.Simone Marx, Leiterin des Bodenlabors der ASTA in Ettelbruck, und Dr. Harald Schmidt der Stiftung Ökologie und Landbau in Darmstadt gaben viele praxisrelevante Denkanstöße. In ihrem Vortrag über das Erosionsrisiko luxemburgischer Böden erklärte Simone Marx, wie anhand eines neuen Kartierungsprogramms erosionsgefährdete Standorte identifiziert werden, und stellte Strategien zur Erosionsvermeidung vor. Eine geeignete Fruchtfolge, die gute Bodenbedeckung gewährleistet, und eine Unterbrechung langer Hänge durch Hecken und begrünte Streifen seien wichtige Vorsichtsmaßnahmen. Wer sich dies zutraue, könne das Erosionsrisiko auf gefährdeten Standorten durch eine pfluglose Bodenbearbeitung stark reduzieren. Dr. Harald Schmidt stellte einige Betriebe vor, die langfristig ein System
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| Publikum des ersten Tag des Bodens. |
reduzierter Bodenbearbeitung etabliert haben. Er zeigte, dass diese Betriebe durchaus erfolgreich wirtschaften, die neuen Systeme, z.B. mit dem EcoDyn, dem Ecomat oder dem Stoppelhobel, aber erst einmal unter Zeitaufwand und oftmals Ertragsverlusten an ihren Standort anpassen werden mussten. Aus beiden Vorträgen ging hervor, dass nicht nur die Kenntnis der eigenen Böden, sondern auch die Situation eines Betriebes und nicht zuletzt die Stärken und Schwächen sowie Vorlieben des Betriebsleiters für die Wahl geeigneter Bewirtschaftungssysteme ausschlaggebend sind. Dies veranschaulichte Peter Neessen, bio-dynamischer Landwirt, durch seine Vorstellung des Bodenfruchtbarkeitsmanagement am Terrenhof in St. Vith. Hier führt die Nutzung natürlicher Gegebenheiten und Kreisläufe zum Erfolg. Zum Beispiel können über Komposte Nährstoffe auf den Acker zurückgeführt werden. Wie seine Vorredner betonte auch er die Bedeutung der Regenwurmaktivität für Wasserhaushalt, Belüftung und Struktur des Bodens. Die Beobachtung der Entwicklung des Bodens bildet demnach die Grundlage für einen erfolgreichen Landbau. Dieser Bericht aus der Praxis schloss den Kreis zur Maschinenvorführung, die am Vortag auf dem Wandhaff auf dem Betrieb von Guy Meyers veranstaltet worden war. Ein Fazit, das aus beiden Veranstaltungen hervorging lautet sicherlich: Über Strategien für Bodenschutz und –fruchtbarkeit zu diskutieren ist sehr gut –eine davon einmal auf dem eigenen Betrieben auszuprobieren, ist noch besser!


